Das moderne Konzerthaus Dortmund bietet 1.550 Menschen Platz und hat rund 200 Veranstaltungen pro Jahr. Da kann man sich schnell ausrechnen, dass sich jährlich hunderttausende Gäste zum Konzerthaus bewegen, um Stars der klassischen Musik wie Anne-Sophie Mutter, Cecilia Bartoli, oder Sir Simon Rattle zu erleben.
Nachhaltigkeit wird im Konzerthaus Dortmund mit viel Elan von Dr. Harriet Oelers vorangetrieben, und die Ergebnisse lassen sich wirklich sehen:
- Als Partner des Aktionsnetzwerkes Nachhaltigkeit in Kultur und Medien hat das Konzerthaus in einem Pilotprojekt erste Klimabilanzen erstellt.
- Eine Ökoprofit-Zertifizierung zeigte auf, wo Ressourcen geschont und die Ökoeffizienz gesteigert werden könnte.
- Das Netzwerk Green Culture Dortmund wurde gemeinsam mit anderen Akteur*innen der Dortmunder Kulturlandschaft gegründet
Als zertifizierte „Transformationsmanagerin Nachhaltige Kultur“ weiß sie, dass ein Großteil der CO₂-Emissionen von der Publikumsmobilität verursacht werden. Natürlich muss Kultur trotzdem stattfinden, also gilt es, diese Emissionen zu verstehen und durch gezielte Maßnahmen effektiv zu senken.
In der Saison 23/24 organisierte Harriet eine großangelegte Mobilitätsbefragung. Dabei wurde sie finanziell unterstützt von der E.ON Stiftung. Es sollten Daten für die Klimabilanz gewonnen, aber auch neue Wege gefunden werden, um Anreisen nachhaltiger zu machen. Sie beauftragte Crowd Impact mit der Bereitstellung der Befragungssoftware, einer fachlichen Begleitung, einer Datenauswertung und einem abschließenden Workshop.
Nach einer kurzen Einführung in unsere Software und einer Beratung zum Design und der Durchführung von Publikumsbefragungen war das Konzerthaus Dortmund schnell startklar und begann mit den Befragungen durch eigenes Personal. Innerhalb einer Saison wurden über 2.500 Gäste befragt. Die Reaktion des Publikums war durchweg positiv, und es entstanden viele wertvolle Gespräche über Nachhaltigkeit, die das Konzerthaus Dortmund sicherlich auch als nachhaltige Marke in vielen Köpfen verankerte.
Datenauswertung
Die Datenauswertung beinhaltete Auswertungen zur statistischen Signifikanz, Verkehrsleistung und Hauptverkehrsmittelwahl, Veranschaulichungen und Vergleiche, Darstellung von Heatmaps und Einzugsgebieten, eine Erreichbarkeitsanalyse verschiedener Verkehrsmittel zu verschiedenen Tages- und Nachtzeiten.

Die gesamte Auswertung ist wirklich einen Blick wert und kann auf der Website des Konzerthaus Dortmund heruntergeladen werden (Direktlink):

Durch die erhobenen Daten konnten Maßnahmen entwickelt und/oder validiert werden:
- ÖPNV-Kombiticket im VRR-Bereich
- Vorgezogener Konzertbeginn für eine verbesserte Abreise
- Überarbeitete Anreiseinformationen auf der Website
Workshop
Zum Workshop "Publikumsmobilität" im Konzerthaus Dortmund wurden Teammitglieder und Freunde des Hauses und Vertreter*innen anderer Kulturbetriebe in NRW und darüber hinaus eingeladen. Besondere Gäste waren Fabian Manke, Fußgänger- und Fahrradbeauftragter der Stadt Dortmund, und Frank Fligge, Leiter der Unternehmenskommunikation bei den Dortmunder Verkehrsbetrieben DSW21. Diese beiden Gäste bereicherten den Workshop ungemein, denn sie konnten Einblicke aus der Perspektive zweier maßgeblicher Stakeholder und Enabler für nachhaltige Mobilität in Dortmund geben.
Im Workshop wurden diese Problemstellungen sichtbar:
- Abends ausgedünnter ÖPNV-Fahrplan
- ÖPNV-Ticket umfasst nur einen Verkehrsverbund (VRR)
- Kombiticket muss online personalisiert werden– funktioniert nicht immer
- Zu wenig Fahrradständer
- Keine ÖPNV-Anbindung des Heimatortes
- Anschlussbusse werden oft verpasst
- Fehlende Informationen zu Park + Ride
- Sicherheitsbedenken im Umkreis des Konzerthauses
Viele Lösungsideen wurden vom Workshop-Publikum generiert und vom Konzerthaus angenommen (siehe Link zur Nachhaltigkeitswebsite des Konzerthauses oben). Die Atmosphäre war offen und das Interesse groß.
Fazit
Das Konzerthaus konnte sich durch die Hilfe von Crowd Impact im Bereich Publikumsmobilität an der Spitze der nachhaltigen Kulturbetriebe positionieren –mit kalkulierbarem Aufwand und unter Stärkung der Publikumsbindung in einem partizipativen Prozess, der Spaß gemacht hat.
Wir freuen uns, dass wir als erstes Konzerthaus mit der Crowd Impact App unsere Publikumsmobilität erfassen können. Wir erhalten schnell gut aufbereitete Informationen zum Anreiseverhalten unseres Publikums und dem daraus resultierenden CO₂-Fußabdruck. Darüber hinaus kommen wir mit den Menschen zum Thema Mobilität und Nachhaltigkeit ins Gespräch. Das gibt uns wertvolle Impulse, wie wir das Konzerthaus Dortmund noch nachhaltiger aufstellen können.
— Harriet Oelers, Nachhaltigkeitsbeauftragte des Konzerthaus Dortmund
Interesse geweckt?

