Du willst deinen Kulturbetrieb, dein Festival oder deine Sportstätte nachhaltiger aufstellen? Dann lohnt sich ein Blick dorthin, wo die meisten Emissionen tatsächlich entstehen: nicht auf der Bühne, nicht in der Gastronomie – sondern auf dem Weg zu dir.
In diesem Beitrag erfährst du, warum die An- und Abreise deines Publikums in der Regel die größte Emissionsquelle deines Betriebs ist, warum du sie sehr wohl beeinflussen kannst und wie du aus Mobilitätsdaten deinen wirksamsten Nachhaltigkeits-Hebel machst.
Die größte Emissionsquelle steht nicht auf deinem Gelände
Wenn Publikumsbetriebe ihre Klimabilanz erstellen, denken viele zuerst an Strom, Heizung oder Catering. Dabei zeigen Studien immer wieder dasselbe Bild: Die Publikumsmobilität dominiert die Bilanz.
- Bei der Konzerttour-Studie Plant a Seeed waren es bereits 88 %.
- Und im Forschungsprojekt Ticket To Ride entfielen sogar 89 % der Emissionen auf die An- und Abreise des Publikums.
- A Greener Future ermittelte bei Festivals zwar "nur" einen Anteil von 41 % der Emissionen aus der Publikumsmobilität (was immernoch den größten Anteil ausmachte) - und das ist der konservativste Wert, den wir bisher finden konnten.

Besonders deutlich wird dabei die Hebelwirkung einzelner Verkehrsmittel bei Großevents mit internationalem Publikum: Bei den Adele-Konzerten in München wählten 24 % der Besucher*innen das Flugzeug – diese Gruppe verursachte aber ganze 77 % der gesamten Anreise-Emissionen. Eine kleine Gruppe kann also überproportional viel ausmachen.

Das Anreiseverhalten steuern
"Das Anreiseverhalten kann ich doch gar nicht beeinflussen" - Das ist der häufigste Einwand, den wir hören. Die Daten sagen aber etwas anderes. Im Projekt Ticket To Ride wurden fast 5.000 Menschen zu ihrer Anreise befragt – mit klaren Ergebnissen:

- Besucher*innen, die von ihrer besuchten Band über nachhaltige Anreise-Optionen informiert waren, verursachten 19 % weniger Anreise-Emissionen und wählten 20 % häufiger öffentliche Verkehrsmittel.
- Bei 51 % der ÖPNV-Nutzer*innen hat das angebotene Kombiticket die Art der Anreise beeinflusst.
- Insgesamt wählten 59 % der Fans umweltfreundliche Verkehrsmittel – zu Fuß, mit dem Rad oder im ÖPNV.
Schon vergleichsweise einfache Maßnahmen wie eine gute Informationskampagne oder ein ÖPNV-Kombiticket verschieben also den Modal Split. Wer mehr will, kann mit Anreisepfand, Shuttlebussen, sicheren Fahrradstellplätzen, Parkraumbewirtschaftung oder lokalem Ticketing nachlegen. Welche Maßnahme bei dir wirkt, verraten dir deine Daten – zum Beispiel, wenn 90 % deiner radelnden Besucher*innen sagen, dass ihnen sichere Fahrradstellplätze wichtig sind.
Besuchende, die nachweisbar umweltfruendlich angereist sind, können sich durch die sogenannte Klima-Kaution bei Ankunft einen Pfand in Höhe von 10€ auszahlen lassen. Mehr dazu auf der Nachhaltigkeits Website des Theaters.
Wie du aus einzelnen Maßnahmen ein stimmiges Gesamtkonzept machst, liest du in unserem Beitrag "Wie macht man das Event-Mobilitätskonzept nachhaltiger?":

Vom Messen zum Steuern: So wird Mobilität zu deinem Nachhaltigkeits-Hebel
Der größte Emissionsposten plus nachweisbare Beeinflussbarkeit – das ergibt zusammen den größten Hebel, den dein Betrieb für seine Nachhaltigkeitsstrategie hat. Damit der Hebel wirkt, brauchst du einen Kreislauf statt einer einmaligen Erhebung:

- Datenerhebung: Du befragst dein Publikum zur An- und Abreise – direkt vor Ort oder digital.
- Auswertung & Kennzahlen: Modal Split, Einzugsgebiet, Emissionen pro Verkehrsmittel – du erkennst, welche Gruppen die größten Hebel sind.
- Aktionen: Du setzt gezielt dort an, wo die Daten den größten Effekt versprechen.
- Folgemessung: Du misst erneut und erkennst, was deine Maßnahmen gebracht haben.
Mit modernen Tools wie Crowd Impact befragst du dein Publikum in Minuten pro Interview und bekommst Auswertung und CO₂-Berechnung automatisch.
Wie du die Ergebnisse richtig interpretierst, zeigen wir dir in diesem Beitrag:

Richtig spannend werden deine Ergebnisse und Kennzahlen dabei über die Jahre: Erst der Mehrjahres-Vergleich zeigt, ob dein CO₂-Ausstoß pro Anreise wirklich sinkt – und liefert dir belastbare Zahlen für Förderanträge, Nachhaltigkeitsberichte und die Kommunikation mit deinem Publikum.

Fazit
Die An- und Abreise deines Publikums ist immer die größte Emissionsquelle deines Betriebs. Sie ist nachweislich beeinflussbar – Information und gezielte Angebote verändern das Verhalten messbar. Und genau deshalb ist sie dein größter Hebel, um deinen Betrieb nachhaltig aufzustellen. Der erste Schritt ist immer derselbe: messen. Denn nur was du misst, kannst du steuern.
Du willst wissen, wie dein Publikum anreist? Sprich mit uns – wir zeigen dir, wie du in wenigen Wochen zu deiner ersten Mobilitätsbilanz kommst.
Quellen
- Ticket To Ride – Forschungsprojekt zu nachhaltiger Publikumsmobilität bei Konzerten: tickettoride.net
- A Greener Future – Carbon Impacts Assessment: agreenerfuture.com/carbonimpactsassessment
- Plant a Seeed – Klimabilanz der Seeed-Konzerttour: plantaseeed.de


