Wenn du die Emissionen aus dem Publikumsverkehr deiner Veranstaltung oder deines Kulturbetriebes für deine Klimabilanz zum ersten Mal berechnen möchtest, stehst du sicherlich vor vielen Fragen. Dieser Leitfaden hilft dir, die Befragung zu planen und die wichtigsten organisatorischen Schritte vorzubereiten.
Du erfährst:
- welche Methoden zur Datenerhebung es gibt
- welche Methode sich für welche Situation eignet
- wie viel Vorlaufzeit du einplanen solltest
- welche technische Ausstattung du benötigst
- wie viele Personen du befragen solltest
Um die Emissionen aus der Anreise deiner Gäste zu berechnen, benötigst du grundsätzlich:
- die Länge des An- und Abreisewegs in km
- das genutzte Verkehrsmittel, idealerweise inklusive Flugklassen bei Flügen und Kraftstoffe, Fahrzeuggröße und Anzahl Insassen bei Autos, um den richtigen Emissionsfaktor anzuwenden
Diese miteinander multipliziert ergeben deine CO₂-Äquivalente in kg.

Um diese Daten zu bekommen, empfiehlt sich die Durchführung einer Mobilitätsbefragung.
1. Welche Methoden zur Mobilitätsbefragung gibt es?
Grundsätzlich gibt es mehrere Wege, um Mobilitätsdaten von Besuchenden zu erheben. Diese unterscheiden sich vor allem im Aufwand, in den Kosten und in der Qualität der Daten.
Online-Umfrage-Tools
Beispiele:
Diese Tools sind teilweise kostenfrei oder günstig und eignen sich für einfache Online-Umfragen. Allerdings musst du:
- Fragebogen selbst erstellen
- Daten manuell übertragen
- Postleitzahlen bei Kartendienstleistern wie Google Maps in km umwandeln
- Auswertung selbst durchführen
- Emissionsberechnung selbst entwickeln
Die Crowd-Impact-Software bietet dagegen eine schlüsselfertige Lösung, bei der Fragebogen, Streckenberechnung und Auswertung bereits integriert sind.
1:1 Interviews vor Ort
Eine bewährte Methode ist die persönliche Befragung durch Personen, die mit Tablets oder iPads unterwegs sind.
Diese Methode hat mehrere Vorteile:
- sehr hohe Teilnahmequote
- gut planbare Stichprobengröße
- hohe Datenqualität (keine absichtlichen "Quatscheinträge")
- direkte Unterstützung bei Verständnisfragen
Aus Erfahrung funktioniert diese Methode besonders zuverlässig.
QR-Code-basierte Umfragen
Hier scannen Besuchende einen QR-Code und beantworten die Umfrage auf ihrem eigenen Smartphone.
Der Vorteil:
- kaum Personaleinsatz
- einfache Umsetzung
Die Erfahrung zeigt jedoch, dass reine QR-Code-Verteilung oft nur geringe Teilnahmequoten erzeugt. Erfolgreicher wird diese Methode, wenn sie aktiv angekündigt oder moderiert wird, zum Beispiel:
- auf der Bühne anmoderieren, bei Platzierung auf Screens
- durch Personal vor Ort, z.B. aktive Aufforderung an der Kasse
Versand über Ticketing-Systeme
Viele Veranstalter versenden Umfragen über:
- Ticketing-Mails
- Follow-up-Mails nach dem Event
Der Erfolg hängt stark von der Öffnungsrate der E-Mails ab und ist meistens eher bescheiden und vor allem: schlecht planbar.
Push Notifications in Apps
Wenn deine Veranstaltung eine eigene App hat, können Push Notifications eine sehr effiziente Methode sein.
Vorteile:
- kaum zusätzlicher Aufwand
- kein Personaleinsatz notwendig
Diese Methode funktioniert allerdings nur gut, wenn die App tatsächlich von vielen Besuchenden aktiv genutzt wird. Zur Vermeidung von Bias in den Daten empfiehlt sich dies auch nur, wenn die App von deiner gesamten Demografie genutzt wird (Stichwort: App-Nutzende sind oft eine eher jüngere Zielgruppe, welche erfahrungsgemäß z.B. seltener ein eigenes Auto besitzt. Die Ergebnisse können dadurch verfälscht sein.)
2. Welche Methode funktioniert am besten?
Das hängt stark von der Veranstaltung ab.
| Methode | Vorteile | Nachteile |
|---|---|---|
| 1:1 Interviews | hohe Teilnahmequote, planbar | Personaleinsatz |
| QR-Code | günstig | meist geringe Teilnahme |
| Ticketing-Mail | einfach umzusetzen | unsichere Rücklaufquote |
| Push Notifications | sehr effizient | nur bei hoher App-Nutzung |
Wenn du eine verlässliche Stichprobe benötigst, sind 1:1 Interviews in der Regel am planbarsten.
Wenn du zum ersten Mal eine Mobilitätsbefragung durchführst, kann es sinnvoll sein, mehrere Methoden parallel zu testen.
Mit 1:1 Interviews stellst du sicher, dass du genügend Daten sammelst. Gleichzeitig kannst du mit Push Notifications, QR-Codes oder Mailings ausprobieren, welche Methoden bei deiner Veranstaltung gut funktionieren und künftig Personalaufwand sparen könnten.
Die Crowd Impact Software unterstützt dich dabei: Sie ist für 1:1 Befragungen auf iPads optimiert, kann aber auch Umfragelinks und QR-Codes für andere Erhebungsmethoden erstellen. In der Auswertung siehst du anschließend direkt, über welche Umfrage die meisten Antworten eingegangen sind und kannst dein Wissen für die nächste Befragung direkt anwenden.
3. Wie viel Vorlaufzeit sollte ich einplanen?
Wenn du die Crowd Impact Software für Tablet-Befragungen nutzt, empfehlen wir:
1 bis 1,5 Monate Vorlaufzeit
Das liegt vor allem an:
- Beschaffung oder Versand der iPads
- Organisation des Befragungsteams
- Test des Umfragesetups
Auch wenn du eine Full-Service-Anfrage an uns stellst (bedeutet: wir übernehmen die Organisation und Umsetzung der Mobilitätsbefragung komplett), sind uns 1,5 Monate Vorlaufzeit lieb.
Personal organisieren
Wenn intern keine Ressourcen verfügbar sind, kannst du Personal auch extern organisieren.
Mögliche Optionen:
- Promotionagenturen
- Studierende als Befragungsteam
- Fans oder Community-Mitglieder als Freiwillige
Viele Veranstalter arbeiten erfolgreich mit Freiwilligen, die eine Aufwandsentschädigung und/oder ein Ticket erhalten.
4. Technisches Setup für Tablet-Befragungen
Für eine Befragung mit der Crowd Impact Software benötigst du in der Regel:
- iPad(s) mit iOS 16 oder neuer, ggf. cellularfähig, wenn es kein WLAN gibt
- Internetverbindung (WLAN, mobiles Datenvolumen via Hotspot des eigenen Smartphones oder mobiles Datenvolumen über die SIM-Karte des iPads)
- Ladekabel
- Steckdosenleiste
- Ort zum Laden der Geräte
- Powerbanks als Backup
Die Internetverbindung wird bei der Befragung gebraucht, um Kartendaten zu laden und Daten zu synchronisieren. Das stellt gleichzeitig auch eine Datensicherung auf dem Server sicher, falls dein Gerät während der Umfrage geklaut wird oder kaputtgeht.
5. Wie viele Personen muss ich befragen?
Es ist wichtig, dass du genügend Personen zu ihrem Anreiseverhalten befragst, andernfalls sind deine Daten kaum aussagekräftig.
Die benötigte Stichprobengröße hängt unter anderem ab von:
- Gesamtzahl der Besuchenden
- dem Einzugsgebiet
- gewünschter statistischer Genauigkeit
Die Crowd Impact Software berechnet diese Werte automatisch.
Eine ausführliche Erklärung findest du im Artikel zur Stichprobenberechnung.
6. Wie viel Personal sollte ich für Tablet-Befragungen einplanen?
Eine Interviewerin oder ein Interviewer kann ungefähr:
30 bis 60 Personen pro Stunde befragen.
Das hängt von mehreren Faktoren ab:
Besucherfluss
- Warteschlangen oder konstanter Menschenstrom → sehr schnell
- freies Gelände → deutlich langsamer durch Laufwege
Umfang des Fragebogens
Die Basisumfrage dauert nur sehr kurz (< 1 min Interviewzeit).
Wenn du zusätzliche Fragen aktivierst, verlängert sich die Befragungszeit entsprechend.
Personal
Du benötigst motivierte, extrovertierte Menschen für den Job, die deine Gäste aktiv ansprechen. Du solltest unbedingt das Tagesziel mit ihnen kommunizieren und, falls nötig, während der Veranstaltung zusätzlich motivieren. Den Fortschritt der Befragung kannst du dafür live auf dem iPad überprüfen.
Art der Ansprache
Getestet und für gut befunden: eine kurze Ansprache ohne große Erklärungen spart Zeit und schont die Stimme. Ein freundliches „Hallo, hast du eine Minute Zeit, mir ein paar kurze Fragen zu deiner Anreise zu beantworten?“ reicht vollkommen aus.
7. iPads einrichten
Wenn du gemietete iPads nutzt, müssen diese vor der Veranstaltung eingerichtet werden.
Dazu gehört:
- Einrichtung einer Apple ID
- Installation der Software
- Login in das Projekt
- Anlegen der Umfrage(n)
Am besten machst du das nicht in der Stunde vor Befragungsstart, sondern ein paar Tage vorher – auch um uns als Support zu erreichen, falls du noch Fragen hast.
Fragen zur Apple-ID? Dieses Video hier hilft dir weiter:
Fazit
Eine Mobilitätsbefragung ist mit der richtigen Vorbereitung gut planbar. Besonders wichtig sind:
- die Wahl der passenden Erhebungsmethode
- ausreichend Vorlaufzeit
- ein stabiles technisches Setup
- ausreichend Interviewpersonal
Mit der Crowd Impact Software erhältst du eine bereits vorbereitete Umfrage inklusive Auswertung und Emissionsberechnung – so kannst du dich auf die Organisation der Datenerhebung konzentrieren.
FAQ
Welche Fragen sind in der Crowd Impact Basisumfrage enthalten?
Die Basisumfrage enthält Fragen zu:
- Anreisewegen und Verkehrsmitteln
- bei Autos: Kraftstoffarten und Fahrzeugbelegung, optional mit Anteil über Mitfahrportale
- bei Flug: Flugklasse
Welche zusätzlichen Fragen gibt es?
Die Crowd Impact Software enthält eine Bibliothek mit über 30 zusätzlichen mobilitätsbezogenen Fragen, die modular zur Basisumfrage hinzugefügt werden können. So erhältst du neben der reinen Emissionsberechnung noch tiefere Einblicke in das Mobilitätsverhalten deiner Besuchenden. Hinweis: dieses Feature gibt es aktuell nur in der iPad-basierten 1:1 Befragung.
Brauche ich immer ein iPad, wenn ich mit der Crowd Impact Software arbeite?
Ja. Auch wenn du Befragungen ausschließlich via QR Codes, Mailings oder Push Notifications durchführst, benötigst du mindestens ein iPad zur Verwaltung der Befragung. Ein Online-Dashboard gibt es (noch) nicht.
