Bei vielen Veranstaltungen reisen neben Gästen weitere Personengruppen an – etwa:

  • Ausstellende (Messen, Kongresse)
  • Artists, Crew oder Catering (Festivals)
  • Produktions- oder Technikteams
  • Sponsor*innen oder Partner

Wenn du diese neben deinen Gästen ebenfalls zu ihrer Anreise befragen möchtest und dein Ziel dabei ist, sie in einer gemeinsamen Anreise-Bilanz zu inkludieren, dann kannst du sie mit einer Softwarelizenz im gleichen Account erfassen – und deren Anreiseverhalten dennoch separat betrachten.

Dieser Artikel erklärt:

  • wie die Datenerhebung funktioniert
  • wie die Gewichtung korrekt gesetzt wird
  • wie die Hochrechnung berechnet wird
  • was methodisch zu beachten ist

1. Grundprinzip: Eine gemeinsame Mobilitätsbilanz

Alle erfassten Personengruppen fließen in eine Gesamt-Anreisebilanz der Veranstaltung ein.

Das bedeutet:

  • Es gibt keine getrennte Hochrechnung für Gäste und z. B. Ausstellende.
  • Die Gesamtemissionen beziehen sich auf alle Anreisen zusammen.
  • Die Hochrechnung basiert auf der Summe aller realen Anreisen beider Gruppen.
Wenn du deine Personengruppen in voneinander getrennten Anreisebilanzen erfassen möchtest, dann benötigst du einen separaten Account. In dem Fall: Kontaktiere uns, sodass du nicht zweimal für eine Lizenz zahlen musst.

2. Wann ist diese Methode geeignet?

Geeignet ist sie für Veranstaltungen, bei denen:

  • alle Gruppen veranstaltungsbezogen anreisen
  • es sich um punktuelle Events handelt

Beispiele:

  • Festival (Gäste + Artists + Crew)
  • Messe (Gäste + Ausstellende)
  • Konferenz (Teilnehmende + Speaker)

3. Wann ist sie nicht geeignet?

Nicht geeignet ist die Methode für ganzjährigen Kulturbetrieb mit täglicher Mitarbeitenden-Anreise. Das liegt daran, dass die Software keine arbeitszeitbezogenen Parameter erfasst wie:

  • Arbeitstage pro Jahr
  • Teilzeitquoten
  • Krankheits- oder Urlaubstage

Für solche Kontexte sind spezialisierte Corporate-Mobility-Tools besser geeignet.


4. Wie funktioniert die Hochrechnung?

Schritt 1: Gesamtzahl der realen Anreisen bestimmen

Du addierst:

erwartete Anzahl Anreisen Gäste
+
erwartete Anzahl Anreisen der weiteren Personengruppe(n)

Diese Summe bildet die Basis der Hochrechnung. Du trägst sie bei "Erwartete Anzahl Anreisen" ein.


Schritt 2: Gewichtung korrekt hinterlegen

In der Gewichtung muss definiert werden:

  • Wie viele Anreisen entfallen auf Gäste?
  • Wie viele auf die weitere Personengruppe?

Die Software nutzt diese Gewichte, um die zu befragende Stichprobengröße korrekt auf die jeweilige Personengruppe zu verteilen.


5. Fallbeispiel: Messe mit Gästen und Ausstellenden

Um das Ganze zu veranschaulichen, hier ein Fallbeispiel. Nehmen wir eine 2-tägige Messe mit 10.000 Gästen und 3.000 Ausstellern, die an beiden Tagen anreisen.

Berechnung erwarteter Anreisen

Die Gesamtanzahl der erwarteten Anreisen berechnet sich wie folgt:
(10.000 + 3.000) × 2 Tage = 26.000 erwartete Anreisen. Trage diese als Wert in deine Bilanz ein. Auf diese Zahl wird deine zu erhebende Stichprobengröße hochgerechnet.

Anlegen mehrerer Umfragen

Lege zwei Umfragen an: eine für die Gäste, eine für die Ausstellenden.

Eintragung der Gewichtung

Im Gewichte-Bereich trägst du nun

  • für die Gäste 2 × 10.000= 20.000 ein,
  • für die Ausstellenden: 2 × 3.000 = 6.000 ein.

Alternativ kannst du auch mit Prozentzahlen arbeiten. Die App berechnet dir nun automatisch die Stichprobengröße, also wie viele Personen du in der jeweiligen Umfrage anteilig befragen musst.
Während der Befragung solltest du auch live mitverfolgen, wie der Befragungsfortschritt in der jeweiligen Umfrage ist, um die geplante Verteilung einzuhalten.


6. Kann ich die Gruppen dennoch separat analysieren?

Ja – auf Auswertungsebene.

Über die Filterfunktion kannst du beispielsweise getrennt auswerten:

  • Modal Split
  • durchschnittliche Emissionen pro km
  • Emissionen pro Anreise
  • Fahrzeugbelegung
  • Reiseentfernungen

Wichtig:
Diese Filter erzeugen keine eigene Hochrechnung. Es werden keine separaten Gesamtemissionen pro Personengruppe berechnet. Aber du kannst dir durchaus unterschiedliches Anreiseverhalten betrachten.


7. Typische Fehler vermeiden

❌ Gewichte nicht an reale Anzahlen anpassen
❌ Personengruppen nicht proportional zu ihrer Anzahl Anreisen befragen


8. Methodische Einordnung

Die gemeinsame Hochrechnung entspricht einer klassischen strata-basierten Stichprobenlogik:

  • Gruppen werden separat erhoben
  • aber gemeinsam auf die reale Gesamtpopulation hochgerechnet

Das stellt sicher, dass die Gesamtbilanz die tatsächliche Veranstaltungsrealität abbildet.


FAQ

Muss ich beide Gruppen befragen?

Methodisch sinnvoll ist es, beide Personengruppen einzubeziehen – insbesondere wenn sich das Mobilitätsverhalten deutlich unterscheidet und beide Personengruppen relativ groß sind.

Kann ich Emissionen pro Gruppe berichten?

Du kannst Durchschnittswerte und Anteile separat darstellen, aber keine getrennten Gesamtemissionen ausweisen.